Archimedes Core

Diskussionsforum rund um den Acorn Archimedes Computer und deren Core.
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hubersn
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Re: Archimedes Core

Beitragvon hubersn » Freitag 27. Juli 2018, 15:41

Chris5523 hat geschrieben:Der Arculator schien mir jetzt ganz brauchbar, besser jedenfalls als ArcEm, der mir recht limitiert erschien.


Der ArcEm hat aufgrund seines Ziels "einfach portierbar auf alle Plattformen dieser Welt" (es gab sogar mal eine Portierung fürs GP2X...) eine sehr sparsame Oberfläche, und so werden selbst so triviale Dinge wie "Diskette wechseln" teilweise etwas unhandlich. Von der Emulation her ist er auf ausreichend schnellen Host-Rechnern (und das sind inzwischen ziemlich alle) sehr gut. Und wenn mal was nicht läuft, gibt es einen sehr kompetenten Ansprechpartner.

Ob Arculator oder Red Squirrel die bessere Wahl für RISC OS 3.1x ist, vor allem bezüglich Spielen und Demos, kann ich mangels Erfahrung an beiden Ecken mit diesen Emulatoren nicht beurteilen. Für "productivity software" würde ich gefühlsmäßig Red Squirrel bevorzugen, das HostFS ist da viel besser.

Ich hatte vor Jahren mal versucht Archimedes Software mit ADFFS auf einem Raspberry Pi unter RiscODS laufen zu lassen, aber da bin ich nicht wirklich weit gekommen. Vielleicht probiere ich das auch noch mal aus, ich denke mal, ich habe auch dort einfach wieder Dinge außerhalb des RiscOS entpackt.
MiST wäre hier meine erste Wahl, mal schauen, vielleicht wird der Core ja doch irgendwann noch mal weiterentwickelt.


ADFFS ist eine ganz großartige Software, verfolgt aber eine sehr innovative Herangehensweise verglichen mit "normalen" Emulatoren. Daraus ergibt sich eine manchmal nervige Fragilität, vor allem bei Versionssprüngen. Aber wenn man ein Problem findet und des Englischen mächtig ist - der Entwickler fixed solche Probleme normalerweise sehr schnell.

"Vor Jahren" allerdings war ADFFS noch eher im Experimentierstadium auf dem RPi, da war das sicher ähnlich frustrierend wie jetzt gerade der MIST Archimedes-Core. Aber die neueren Versionen sind viel stabiler und sicherer in der Handhabung, wenn man ein paar Grundregeln befolgt (Stichworte: AnyMode, EDID abschalten, Pi-Hardware-Scaling verwenden). Ich werde die notwendigen wissenswerten Dinge in mein Tutorial einfließen lassen.

Hatte ich erwähnt, dass es die optimale Lösung leider nicht gibt...

Gruß
hubersn

Chris5523
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Re: Archimedes Core

Beitragvon Chris5523 » Freitag 27. Juli 2018, 16:20

Die optimale Lösung ist ein echter Archimedes, aber klar, dass ist unrealistisch. Aber was solls, einen perfekten Ersatz bietet meiner Erfahrung nach, gerade was Computer angeht keine Emulation/Simulation. Selbst relativ "simple" Systeme, wie der Atari ST werden diffizil, wenn es um Spezialvarianten, wie den Mega STE geht. Konsolen (oder besser noch Arcadehardware) sind da halt einfacher, weil in der Regel weniger variantenreich.
Aber das gefällt mir auf der anderen Seite auch, bei Emulatoren und bei FPGA Systemen trifft man immer wieder auf Stolpersteine, aber jeder von denen basiert auf einer Eigenart der realen Hardware und das heißt, auf das Problem zu stoßen führt auch in der Regel dazu, was über die Originalhardware zu lernen. Beim Archimedes zum Beispiel habe ich durch dein Tutorial und ein wenig umherlesen und eure Vorschläge sehr viel über die Eigenarten eines realen Archimedes gelernt. Für mich ist das immer ein Teil des Spaßes.
Ich werde mir sicher noch mal ADFFS auf dem Raspi anschauen, mal sehen, vielleicht bin ich ja diesmal erfolgreicher.
Red Squirrel kenne ich noch gar nicht, den werde ich mir auch mal ansehen, bei dem, was ich bisher ausprobiert habe, war Arculator jedenfalls sehr zuverlässig. Auch, dass es da eine Version gibt, die Risc PCs emuliert fand ich interessant. Ich habe mir auch mal Arthur angesehen, das funktioniert ja unter Arculator und es war interessant die Entwicklung bis zu Risc OS 3 zu sehen.

hubersn
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Re: Archimedes Core

Beitragvon hubersn » Freitag 27. Juli 2018, 17:01

Chris5523 hat geschrieben:Die optimale Lösung ist ein echter Archimedes, aber klar, dass ist unrealistisch.


Ich habe hier wohlgehütete Schätze in Form von A310, A3000 und A5000. Glaub' mir: auch das ist nicht optimal. Alleine Datenaustausch mit dem Rest der Welt...da gibt es zig Ansätze, aber alle sind irgendwie nervig (besonders nervig: Diskette bei A310 und A3000, weil die nur DD können...). Klar, Netzwerkkarte rein und über FTP, aber man braucht dann einen alternativen Startup ohne das Netzwerkgedöns weil manche Spiele und Demos sonst nicht laufen oder der Speicher zu knapp ist...und die Anzahl von Spielen, die nur von Floppy laufen will und keinen HD-Install hat ist auch nicht zu verachten.

Für mich ist das immer ein Teil des Spaßes.


Wegen mir könnte es an der einen oder anderen Stelle manchmal etwas weniger "spaßig" sein...allein das Thema "welcher Monitor am Archimedes" kann vermutlich ein Buch füllen.

Ich werde mir sicher noch mal ADFFS auf dem Raspi anschauen, mal sehen, vielleicht bin ich ja diesmal erfolgreicher.


Tipp: je älter das Pi-Modell, desto besser (auch wenn ADFFS inzwischen auch auf RPi 3 sehr gut läuft). RPi B+ ist immer noch die bevorzugte Lösung, weil CPU-technisch immer noch am kompatibelsten (ARMv5/6).

Red Squirrel kenne ich noch gar nicht, den werde ich mir auch mal ansehen, bei dem, was ich bisher ausprobiert habe, war Arculator jedenfalls sehr zuverlässig. Auch, dass es da eine Version gibt, die Risc PCs emuliert fand ich interessant. Ich habe mir auch mal Arthur angesehen, das funktioniert ja unter Arculator und es war interessant die Entwicklung bis zu Risc OS 3 zu sehen.


Ich habe von etwa 1990 bis 1992 RISC OS 2 genutzt und ab 1992 RISC OS 3 aufwärts. Bis ich es in den letzten Jahren mal wieder auf dem Emulator getestet habe hatte ich RISC OS 2 in bester Erinnerung. Aber wenn man das heute benutzt, wird man fast wahnsinnig ob der vielen Nicklichkeiten. RISC OS 3 hingegen ist dem heutigen RISC OS 5 immer noch relativ nahe und durchaus schnuckelig in der Benutzung. Wenn Acorn die Entwicklungsgeschwindigkeit Arthur -> RISC OS 2 -> RISC OS 3 beibehalten hätte und die CPUs konkurrenzfähig geblieben wären - vielleicht würden wir heute alle RISC OS nutzen statt Windows und Android.

Gruß
hubersn

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Re: Archimedes Core

Beitragvon hubersn » Samstag 28. Juli 2018, 02:04

Habe ein Update meines Classic-RISC OS-Artikels http://riscosblog.huber-net.de/classic- ... insteiger/ veröffentlicht. Viele kleine und größere Änderungen. Jetzt ist es eine noch viel längere Wurst geworden :-)

Als nächstes werde ich die "so kriege ich es prinzipiell zum Laufen"-Teile von den "so bediene ich es wenn es läuft"-Teilen trennen.

Feedback wie immer erwünscht.

Gruß
hubersn

Chris5523
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Re: Archimedes Core

Beitragvon Chris5523 » Sonntag 29. Juli 2018, 13:31

Hallo Hubert, wie immer vielen Dank, sehr lehrreich und sehr hilfreich. Risc OS war wirklich ziemlich gut durchdacht, man merkt, dass da jemand den Schritt über Gem und Workbench hinaus gehen wollte und mit Dingen wie der Taskbar die Bedienung komplexer machen wollte. Ich war letztens sehr erstaunt, als ich bei Elite mit F12 das Spiel verlassen hatte, um zu merken, dass es in der Taskbar weiter war und ich, nachdem ich mir im Textfile die Tastenbelegung angesehen hatte, einfach wieder einsteigen konnte. Das ist heutzutage natürlich eine Selbstverständlichkeit, Anfang der 90er hat das hin- und herschalten zwsichen Spielen und Anwendungen aber auf ST oder Amiga nicht so gut geklappt wie hier.